Schwangerschaft

Eine der schönsten Aufgaben eines Frauenarztes ist sicherlich, eine Schwangerschaft ärztlich zu begleiten. Sie sollen in den 9 Monaten Ihrer Schwangerschaft nicht nur Kindsbewegungen sondern auch unser fürsorgliches Engagement spüren. Um eine ganzheitliche Rundumbetreuung zu verwirklichen, arbeiten wir mit den erfahrenen Hebammen der Vivapraxis, die sich in unseren Räumen befindet, eng zusammen.

Durch die Einführung der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen in Deutschland konnte die Zahl der Notfälle und Komplikationen sowie die Säuglings- und Müttersterblichkeit drastisch gesenkt werden.

Nur durch regelmäßigen Besuch aller empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen können rechtzeitig mögliche Probleme erkannt und auch erfolgreich behandelt werden . Je eher Sie kommen, desto besser sind die Möglichkeiten, Risiken und Komplikationen zu erkennen und zu beseitigen. Dies betrifft nicht nur die Entwicklung des Ungeborenen, sondern auch Ihre eigene Gesundheit.

Insgesamt sind zehn Vorsorgeuntersuchungen vorgesehen. Bis zur 32. Schwangerschaftswoche finden sie im vierwöchigen Abstand statt, danach alle 14 Tage. Um den Geburtstermin herum sind diese Abstände noch kürzer.

Im Einzelfall kann von diesem Schema abgewichen werden, z.B. wenn ein besonderer Schwangerschaftsverlauf vorliegt oder Sie zwischendurch Probleme haben.

Ihr Partner kann Sie jederzeit begleiten. Wir freuen uns, wenn er von Anfang an mit dabei ist und Sie besser verstehen und unterstützen lernt.

Mehr Sicherheit durch sinnvolle Zusatzuntersuchungen

Erst-Trimester Test

Erst-Trimester Test

Heute stehen schwangeren Frauen Untersuchungsmethoden zur Verfügung, mit deren Hilfe kindliche Erkrankungen frühzeitig vor der Geburt erkannt werden können. 

Das Down-Syndrom (Trisomie 21 oder „Mongoloismus“) ist eine der häufigsten Chromosomen-Störungen; die Erkrankungswahrscheinlichkeit nimmt mit steigendem mütterlichen Alter zu. 

Ab dem 35. Lebensjahr beträgt die Erkrankungshäufigkeit ein Fall auf 380 Lebendgeborene. Der 1. Trimester-Test ist eine spezielle Blutuntersuchung zur individuellen statistischen Risikoabschätzung ein Kind mit einer Trisomie 21 zu gebären.

Der 1. Trimester Test erfolgt in der 11.-13. Schwangerschaftswoche. Aus dem mütterlichen Serum wird PAPP-A (Glykoprotein) und freies ß-HCG (Hormon) bestimmt, zusätzlich erfolgt ein spezieller Ultraschall mit Größenmessung des Feten und der Messung der Nackentransparenz. Diese Kombination ergibt bezüglich der Trisomie 21 eine Erfassungsrate von ca. 90%.

Der 1. Trimester Test hat den großen Vorteil zu einem frühen Schwangerschaftszeitpunkt den Hinweis auf eine mögliche Chromosomenabweichung zu geben, so dass eher eine weitere Abklärung und eventuelle Konsequenzen erfolgen können.

Die Labor- sowie die Ultraschalluntersuchungen unterliegen strengen Prüfkriterien und regelmäßigen Qualitätskontrollen. Die Praxis ist ein anerkanntes Referenzzentrum der FMF ( Fetal Medicine Fondation) London, dieses ist weltweit die führende Institution für Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft. Der Urheber der Methode, Prof. Nicolaidis, erteilt die Lizenz und überwacht die richtige Anwendung der Qualitätsstandards durch den Untersucher mit verpflichtenden jährlichen Überprüfungen(s. auch Zertifikate). 

Toxoplasmose

Toxoplasmose-Test

Die Toxoplasmose ist eine häufige Infektion. Bei jedem 2. Erwachsenen lassen sich entsprechende Antikörper als Zeichen einer durchgemachten Infektion nachweisen. Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die durch einen Parasiten verursacht wird: Toxoplasma gondii.

Hauptwirt dieses Parasiten ist die Katze. Infizierte und erkrankte Katzen scheiden Eier dieses Erregers mit dem Kot aus. Diese Eier sind sehr widerstandsfähig gegenüber Umwelteinflüssen und können von Wind oder Staub verteilt werden. Auf diesem Wege werden sie von Menschen, aber auch von Schlachttieren aufgenommen. Ist letzteres der Fall, geschieht Folgendes: Im Muskelgewebe des erkrankten Tieres bilden sich sogenannte Toxoplasmosezysten. Wird dieses befallene Fleisch vom Menschen verzehrt ( z.B. als Mett) kommt es zu einer Infektion. Sobald die Infektion eingetreten ist ,bildet das Immunsystem Abwehrstoffe ( Antikörper) gegen den fremden Eindringling.

 

Wie infiziert man sich?

Die Infektion kann auf 2 Wegen erfolgen:

1. Aufnahme der Toxoplasmose-Eier durch Katzenkot und engen Katzenkontakt. 

2. Über das zystenhaltige rohe bzw. nicht ausreichend erhitzte Fleisch infizierter Schlachttiere ( z.B. Mett, Tartar).

 

Wie macht sich eine Toxoplasmoseinfektion bemerkbar?

Eine typische Symptomatik, die sofort an eine Toxoplasmose denken lässt, gibt es nicht. In sehr vielen Fällen verläuft eine Toxoplasmose-Infektion gänzlich unbemerkt. In anderen Fällen kommt es zu grippeähnlichen Beschwerden und Schwellung der Lymphknoten. Die einzige Diagnosemöglichkeit ist die Bestimmung der Abwehrstoffe ( Antikörper) im Blut.

 

Was ist das besondere Problem der Toxoplasmose in der Schwangerschaft?

Die Toxoplasmose ist für die Nichtschwangere im allgemeinen eine harmlose Erkrankung , die ohne weitere Folgen ausheilt. Nach einer durchgemachten Toxoplasmose-Infektion besteht eine bleibende Immunität. Eine Infektion des Kindes im Mutterleib kann dann nicht mehr erfolgen. Risikoreicher ist dagegen eine Erstinfektion mit Toxoplasmen während der Schwangerschaft. In diesem Fall kann die Krankheit auf das Ungeborene übertragen werden. Es besteht die Gefahr einer Tot-/ Fehlgeburt oder einer schweren Schädigung, insbesondere des kindlichen Gehirns.

Daher ist die Toxoplasmose-Erstinfektion in der Schwangerschaft ein ernst zu nehmendes Problem.

 

Diagnose der Toxoplasmose

Die frühzeitige Diagnose ist bei einer Toxoplasmen-Infektion für den Therapieerfolg entscheidend! Die Diagnose kann nur über eine Blutuntersuchung gestellt werden. Zunächst wird ein Toxoplasmose-Suchtest durchgeführt, um den Immunitätsstatus zu ermitteln. Bei nicht ausreichenden Antikörperschutz sollte im weiteren Schwangerschaftsverlaufs in der ca. 24. und 36. Schwangerschaftswoche eine Laboruntersuchung auf Toxoplasmoseantikörper erneut durchgeführt werden, um eine bis dahin neu aufgetretene unbemerkte Infektion früh genug erkennen zu können. Diese Blutuntersuchungen sind bislang leider nicht Bestandteil der Mutterschaftsvorsorge. Sie werden daher nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt, sondern nur, wenn ein konkret begründeter Infektionsverdacht besteht, d. h. bei positivem Ausfall des Toxoplasmose-Suchtests.

 

Wie wird Toxoplasmose behandelt?

Toxoplasmose ist ein eindringliches Beispiel dafür, wie wichtig vorgeburtliche Untersuchungen für das Wohl des Kindes sind. Dank medizinischer Forschung ist es nämlich heutzutage möglich, Toxoplasmose zu heilen.

Ergibt eine Blutprobe den Verdacht auf eine frische Toxoplasmoseinfektion, wird unverzüglich die Behandlung mit einer speziellen Antibiotikakombination eingeleitet.

 

Empfehlungen zur Vorbeugung einer Toxoplasmoseinfektion

Wenn Sie noch keine Toxoplasmose-Infektion durchgemacht und keinen Antikörper-Schutz haben, raten wir dringend: Essen Sie nur gut gekochte oder gebratene Fleisch- und Wurstwaren. Waschen Sie Gemüse, Salat und Früchte sehr gründlich, bevor Sie sie essen. Waschen Sie Ihre Hände mit Seife- besonders nach der Gartenarbeit, nach der Küchenarbeit und vor dem Essen. Wenn Sie schwanger sind und eine Katze halten, achten Sie auf folgende Hinweise:

Verwenden Sie Dosen- oder Trockenfutter. Meiden Sie engen Katzenkontakt und lassen Sie von einer anderen Person den Kotkasten täglich mit heißem Wasser reinigen.  

Streptokokken B

Streptokokken B

Eine vaginale Infektion mit den Bakterien "Streptokokken B" kann vor und nach der Geburt zu schweren Erkrankungen, besonders des Kindes aber auch der Wöchnerin führen.
Harnblase, Darm und Scheide sind oft mit Streptokokken infiziert, jedoch ist die Infektion meistens latent, d.h. verborgen und wird zunächst nicht bemerkt.
Bei 40% der Schwangeren ist die Infektion nur mit einem Abstrich nachzuweisen.
Glücklicherweise erkranken nur ein kleiner Teil der infizierten Babies oder Trägerinnen.

Welche schwerwiegenden Komplikationen werden durch eine Streptokokken B Infektion in der Schwangerschaft hervorgerufen?
Infektion der Eihäute führt zu:

  • Vorzeitigem Blasensprung
  • Frühgeburt
  • Infektion des Neugeborenen mit Lungen- oder Hirnhautentzündung und/oder Blutvergiftung (mit oft tödlichem Ausgang)
  • Wochenbettinfektion der Mutter mit hohem Fieber

Zur Vorbeugung sollte deshalb ca. 5 Wochen vor der Entbindung ein kultureller Abstrich zum Ausschluß einer Streptokokken Besiedlung der Scheide vorgenommen werden, so daß rechtzeitig eine antibiotische Therapie mit Penicillin eingeleitet werden kann. Durch die Gabe von Antibiotika können Infektionen bei Neugeborenen auf 1:4000 herabgesetzt werden.

kontinuierliche Ultraschallüberwachung

Ultraschall in der Schwangerschaft

Die Ultraschalluntersuchung nimmt in der optimalen Betreuung der verschiedenen Phasen der Schwangerschaft eine zentrale Stellung ein.

 

Der Nachweis einer ungestörten, intrauterinen Schwangerschaft, sowie der exakte Ausschluß von Organmißbildungen und die Beurteilung der kindlichen Entwicklung anhand des Wachtumsverlaufes sind ohne regelmäßige Ultraschalluntersuchungen nicht möglich.

 

In den Mutterschaftsrichtlinien sind derzeit 3 Ultraschalluntersuchungen (10., 20. und 30. Schwangerschaftswoche) im Laufe der Schwangerschaft vorgesehen. In den Richtlinien rechtfertigen nur auffällige Befunde zusätzliche Untersuchungen. Der heutige Stand der Ultraschalldiagnostik lässt jedoch Erweiterungen der Leitlinien notwendig erscheinen. Viele Erkrankungen bzw. Abweichungen entwickeln sich diskret und langsam, so daß oft nur bei kontinuierlicher Überwachung der Schwangerschaft mittels Ultraschall eine frühzeitige Diagnose mit rechtzeitiger Therapie erfolgen kann.

 

Ein besonderes Highlight für werdende Eltern ist die 3D/4D Darstellung des kindlichen Gesichtes... man muß eben nicht 9 Monate auf ein Foto warten!

 

Sehr interessant ist die Mimik und Gestik des Ungeborenen, es beim Lächeln, Gähnen oder Daumenlutschen zu beobachten... und alles kann für später auf eine CD gebrannt werden.

 

Aber auch in der Mißbildungsdiagnostik gewinnt der 3D/4D Ultraschall zunehmend an Bedeutung, wie die Darstellung von Oberflächendefekten ( Spina bifida, Lippen- Kiefer- Gaumenspalte), oder Fehlbildungen im Kopf, Bauch und Herz.